Solche Flächenbrände in Wäldern und Fluren können auch zur Zerstörung von Häusern (mit Öl-/Gas-Tanks), Autos, Straßen, Gleise, Wasserleitungen und Gas-Pipelines, Stromleitungen und Telefon- bzw. Internet-Kabeln führen. Auch Gärten, Land- und Viehwirtschaft mit Weiden und Wiesen sind feuergefährdet. Und außer Wäldern und Heidelandschaften sind sogar kleinere Gewässer von der Feuerbrunst betroffen. Wenn ein Wald- oder Wiesenbrand ausgebrochen ist und die Flammen größer als etwa 3,50 m sind, können solche Feuer von unten am Boden nicht mehr gelöscht werden und sind außer Kontrolle.
Dabei können auch zahlreiche Arbeitsplätze direkt oder indirekt von Schadenfeuer bedroht sein. Vor allem wenn Flammen auf Gebäude übergreifen, in denen Gefahrstoffe brennen oder explodieren können. Solche Großfeuer betreffen neben Gewerbegebäuden auch Industrieanlagen, vor allem Chemiefabriken, Raffinerien, Tankstellen, Flughäfen, Gas- und Atomkraftwerke. Auch Lithium-Akkus, wie bei Elektroautos, sind extreme Feuergefahren, die nicht mit Wasser gelöscht werden können. Manchmal dürfen brennende Gebiete überhaupt nicht betreten werden, weil dort durch frühere Militäreinsätze noch Munition oder Minen im Boden liegen.
Bei langanhaltender Dürre und wegen industrieller Übernutzung sind zudem viele Flüsse, Bäche und Seen ausgetrocknet, sowie das Grundwasser abgesenkt. Dann ist eventuell nicht genug Löschwasser in der Nähe vorhanden, um die Flammen und Glutnester zu bekämpfen oder brennbares Material vorsorglich zu kühlen.
Bei großen Bränden entstehen zudem feuergetriebene Gewitterwolken, deren Blitze andere Gebiete entflammen können. Dabei können Rauch und Gase (Bio-Aerosole) auch tausende Kilometer weit bis in 10 km Höhe vom Wind verbreitet werden. Bis in die obere Atmosphäre können sie das Wetter verändern und das Klima weiter aufheizen. Auch das bei Bränden freigesetzte Kohlendioxid (CO2) verschlimmert den Treibhauseffekt der Erderhitzung durch den fossilen Kapitalismus.
Brandursachen:
Ursachen für die Schadenfeuer sind meist Unachtsamkeit im Umgang mit offener Flamme, Feuerwerk, Zigarettenglut oder beim Grillen. Auch durch heiße Geräte, wie Auto-Katalysatoren am Auspuffrohr können Brände entstehen, ebenso durch Kurzschlüsse und Blitzeinschläge. Möglicherweise verursachen auch Erntemaschinen, Rasenmäher-Messer, defekte Brems-scheiben oder von Fahrzeugen herabhängende Ketten einen Funkenschlag, der trockenes Material entzünden kann. Zu Flurbränden können sich auch außer Kontrolle geratene Feuer ausbreiten. Beispielsweise beim Verbrennen von Feld- und Gartenabfällen oder beim Entzünden traditioneller Brauchtumsfeuer.
Ein hohes Brandrisiko entsteht nämlich bei langanhaltender Dürre mit verwelkten Pflanzen und ausgetrockneten Böden. Vor allem nachdem in einem verregneten Frühjahr Gräser und Sträucher stark gewachsen sind, die im Sommer wie Zunder in Flammen aufgehen können. Land- und forstwirtschaftliche Monokulturen, vor allem Holzplantagen aus Nadelbäumen oder Eukalyptus, sind besonders brandgefährdet. Kompost- oder Heuhaufen können sich auch selbst entzünden und ein solcher Schwelbrand droht dann anderes Material entflammen.
In Einzelfällen kommt es aber auch zu absichticher Brandstiftung mit dem Ziel Waldflächen illegal zu roden oder unerwünschte Siedlungen zu zerstören. Der Katatstophen-Kapitalismus zerstört im Profitinteresse seit Jahrhundeten rücksichtslos natürliche Lebensräume und versucht den sozialen Widerstand dagegen zu zerschlagen.
Doch ein kontrolliertes Abbrennen von bewachsenen Flächen hat eine lange Tradition des gemeinschaftlichen Vorbeugens vor unkontrollierten Vegetationsbränden. Durch Kolonialisierung und Industrialisierung ist das praktische Wissen über kollektive Landschaftspflege durch begrenzte Gegenfeuer verloren gegangen. Auch Beweidung durch pflanzenfressende Tiere können die Brandlast und damit die Ausbreitung der Flächenfeuer verringern, ebenso natürliche Flussläufe, Auen, nasse Moore, Sümpfe und Seelandschaften.
Unbewachsene Schutzstreifen und freie Schneisen ermöglichen Zugang für Löscharbeiten und erschweren die Ausbreitung der Flammen. Häuser in gefährdeten Gebieten können durch unbepflanzte bzw. gerodete Schutzzonen oder flammenhemmende Vegetation einen gewisse Verzögerung herannahender Bränden bieten. Wenn Kaminholz-Stapel und Heizungstanks mit großem Abstand (oder unterirdisch) gelagert werden, verringert dies die Brandlast.
Wichtig ist natürlich, dass alle Leute rechtzeitig über die drohende Feuergefahr informiert werden. Öffentliche Warnungen gibt es vom Deutschen Wetterdienst mit dem Waldbrand-Gefahrenindex und dem Grasland-Feuerindex [https://www.wettergefahren.de]. Auch Informationen über die Luftverschmutzung , z.B. durch Feinstaub, sollten zugänglich sein [https://waqi.info]. Gründliche Aufklärung (auch für Nicht-Deutschsprachige und Gehörlose) und praktisches Brandschutz-Training sind ebenso notwendige Schutzmaßnahmen.
Erste Schutzmaßnahmen:
Alle Menschen (und wenn möglich auch Tiere) in sicheren Abstand zu Feuer und Rauch bringen und dabei auf freigehaltene Fluchtwege angesichts drehender Winde und wiederaufflammender Glutnester achten. Bei großflächiger Rauchentwicklung drinnen bleiben, Fenster und Türen geschlossen halten, sowie Lüftungen und Klimaanlagen abschalten. Denn rußiger Feinstaub und giftige, krebserregende Gase oder Partikel von Chemikalien, Schwermetallen oder Asbest dürfen nicht eingeatmet werden, da sie Lunge, Blutkreislauf und Nieren dauerhaft schädigen.
Spezielle HEPA-Luftfilter und Gasmasken, sowie Sauerstoffgeräte schützenvor Gesundheitsschäden durch Rauchvergiftung, wobei auch normaleAtemschutz-Masken (ab FFP2) hilfreich sind.
Bei Atemnot, Brustschmerzen oder Müdigkeit wird Erste Hilfe und Sauerstoff-Zufuhr nötig! Das Einatmen von Rauchs kann auch durch starke Entzündungsreaktionen das Immunsystem schädigen, sowie bestehende Krankheiten verschlimmern (Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Asthma, COPD,…). Die gesundheitlichen Folgen können auch Kopfschmerzen und Migräne sein, sowie Stress, Schlafstörungen, Ängste oder sogar psychisches Trauma. Besondere Risiken bestehen daher für Menschen mit chronisch Krankheiten oder Behinderungen, aber auch Ältere, Schwangere und Kinder benötigen besonderen Schutz – vor allem geflüchtete und wohnungslose Menschen.
Katastrophen-Hilfe:
In solchen katastrophalen Situationen kommt es vor allem auf gegenseitige Hilfe in den betroffenen Kommunen (Landkreise und Städte) an. Erst recht, wenn Menschen wegen der Brände evakuiert werden und versorgt werden müssen. Wobei auf unbürokratische Hilfe durch den Staat im Notfall oft kein Verlass ist, vor allem wenn lebenswichtige Einrichtungen durch jahrzehntelange neoliberale Austeritätspolitik kaputtgespart wurden. Die unterschiedlichen Behörden, wie Feuerwehren, Katastrophenschutz, Technisches Hilfswerk, Polizei oder Militär konkurrieren oft um die offizielle Zuständigkeit.
In solchen Ausnahmezuständen schützen sie mit ihren autoritären Gewaltstrukturen eher das private oder öffentliche Eigentum als die dringenden Bedürfnisse geflüchteter Anwohner*innen zu berücksichtigen. Hinzu kommt die Bedrohung durch rassistisch-nationalistische Bürgerwehren, Nazibanden oder private Sicherheitsdienste (bis hin zum Einsatz von Söldnertruppen in manchen Staaten), die auf eigene Faust für ihre Vorstellung einer gewaltförmigen und patriarchalen „Ordnung“ sorgen.
Um so wichtiger ist dann, dass solidarische Arbeiter*innen aller Branchen durch Selbstorganisation und direkte Aktionen den Betroffenen beiseite stehen und unbürokratisch Unterstützung leisten. Wird zusätzliches Löschwasser benötigt, kann man es mit Tank-LKWs, Milchwagen oder Viehtränken transportieren. Auch große Kanister, Fässer, IBC-Container, Regentonnen und Swimming-Pools können improvisierte Wasserbehälter werden. Land- und Forstmaschinen, wie Traktoren, Teleskopstapler, Tragschlepper oder Arbeitsbühnen sind ebenfalls hilfreich bei der Brandbekämpfung und beim Beseitigen von verbrannten Trümmern.
Aufräum-Arbeiten:
Nachdem der Brand gelöscht und eine mögliche Wiederentzündung ausgeschlossen wurde, geht es ans Aufräumen: Trümmer voll giftigem Ruß und überall Aschestaub sind eine weitere Gesundheitsgefahr. Empfohlen werden spezielle Staubsauger mit speziellen HEPA-Filtern, die auch Feinstaub (PM10/PM2,5) einfangen können. Doch ultrafeine Rußpartikel (UFP), die nur 0,1 Mikrometer groß sind, können nur mit besonderen Schwebstoff-Filtern (ULPA) abgeschieden werden. Aschebedeckte Flächen und Trümmer sollten mit Wasser berieselt werden, um beim Aufräumen die Rußpartikel nicht unnötig aufzuwirbeln.
Beim Arbeiten mit verbrannten Materialien ist grundsätzlich immer eine Persönliche Schutz-Ausrüstung (PSA) empfohlen. Die Augen sollten mit dichten Schutzbrillen abgedeckt werden, Mund, Nase und Lunge müssen mit Atemschutz abgedeckt sein. Auch Haut und Haare sollten durch Textilien vor Kontakt mit dem Giftstaub geschützt sein. Die rußverschmutze Kleidung darf allerdings nicht in saubere Räumlichkeiten hineingetragen werden, sondern sollte draußen abgelegt und bis zur Reinigung verpackt gelagert werden. In der Nähe von Aufräumarbeiten sollten ausreichend (mobile) Toiletten, sowie Waschbecken und Duschen zur Körperhygiene zur Verfügung stehen. Auch Augenspülflaschen sollten zur Erste-Hilfe-Ausrüstung gehören.
Vorsicht beim Begehen von Räumen, Treppen oder Flächen, die durch Brandschaden einsturzgefährdet sein könnten. Langfristige Folgen von Vegetationsbränden sind entwaldete Gebiete mit trockenen harten Böden, die Regenwasser nicht aufnehmen können. Dann besteht nicht nur die Gefahr von Überflutung und Hochwasser, sondern es kommt oft zu Erdrutschen, die Häuser und Straßen unter sich begraben können.
Außer dem Suchen nach versteckten Brandnestern wegen der Gefahr einer Wiederentzündung ist es ebenfalls wichtig, auf stromführende Kabel und beschädigte Gasleitungen zu achten. Vor allem mit Löschwasser benässte Bereiche bergen das Risiko eine Stromschlags, weshalb die Sicherungen zuerst abgeschaltet werden sollten. Auch alle elektischen Geräte müssen ausgeschaltet sein, bevor der Stromkreis wieder hergestellt wird. Notstrom-Aggregate mit Verrbennungsmotoren dürfen nicht in Innenräumen betrieben werden, sondern wegen der Gesundheitsgefahr durch giftige Abgase nur draußen. Mobile Messgeräte für Kohlendioxid (CO2)- und Kohlenmonoxid (CO) warnen vor einer zu hohen Raumbelastung durch diese farb- und geruchlosen Gase.
Bei Arbeiten in Hitze, sei es aufgrund von Sonnenstrahlung oder durch Brände, ist es besser die Arbeitsabläufe schonender zu gestalten. Wenn möglich sollten keine körperlich zu sehr belastenden Tätigkeiten ausgeführt werden und auch auf den UV-Schutz ist zu achten. Wer beim Baumfällen oder bei der Trümmerbeseitigung mit Kettensägen arbeitet sollte nicht nur grundlegende praktische Kenntnisse im Umgang mit dem Gerät haben, sondern auch spezielle schnittfeste Kleidung, Handschuhe und Helme mit Gesichts- und Gehörschutz tragen.
Gegenseitige Hilfe während und nach Brandkatastrophen kann nicht nur bedeuten, den Löschkräften und Evakuierten genügend Platz zur Verfügung zu stellen. Auch Spenden von Lebensmitteln und Getränken, sowie Kleidung oder Medikamenten sind hilfreich. Meist wird auch psychologische Trauma-Bewältigung benötigt, um mit den lebensbedrohlichen Ereignisse, vor allem zur Verarbeitung des Verlustes von Menschenleben, Häusern, Tieren, Pflanzen – ganzer Landschaften.
Der Aufbau resilienter Gemeinwesen und eine Organisierung in den Betrieben sind wichtige Grundlagen für einen kollektiven Widerstand gegen die zerstörerischen Folgen der fossilen Erderhitzung. Mit deren Folgen solidarisch umzugehen, heißt auch den Gefahren von Flächenbränden und Hochwassern gewappnet zu sein – auch durch kollektive Vorbereitung auf den Kollaps des krisenhaften Kapitalismus.
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Brandschutz für besetzte Häuser (und überhaupt)https://asnkoeln.wordpress.com/wp-content/uploads/2026/05/brandschutz_fuer_besetzte_haeuser_2026.pdf

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Source: ASN Köln Allemagne
