Die „Diakonie Eine Welt gem. GmbH“ versucht weiterhin, das WAS komplett zu ignorieren. Nette Worte mit der Bischöfin hin- oder her. Wir wissen inzwischen über Umwege, daß innerhalb der Diakonie die Kommunikationsverweigerung mit der Gewerkschaft eine geplante Vorgangsweise ist, und die relativ neue Führungsebene alles darauf setzt, bei einer Gerichtsverhandlung „hinter verschlossenen Türen“ ausschließlich juristisch zu agieren. Daher werden wir der Diakonie diese Ebene nun entziehen, die beiden Kündigungsanfechtungsklagen heute zurückziehen und verstärkt mit öffentlichen und Direkten Aktionen zeigen, daß das Problem nicht an Gerichte „outgesourct“ werden kann.
Was ist von Seiten der Diakonie bisher passiert? In einer, unserer Gewerkschaft so noch nie untergekommenen, kompletten Verweigerung jeglicher Gespräche, denkt die Diakonie anscheinend wirklich, daß „alles vor Gericht gelöst werden kann“. Ganz so, als ob gelebte Machtverhältnisse und existenzbedrohende Handlungen der Chefetagen nicht reale soziale Vorgänge wären, die dann eben auch andersherum reale Auswirkungen auf die handelnden Leitungsebenen hätten. Wir wurden bisher auf jeder Ebene – also den Geschäftsführungen des Diakonie Flüchtlingsdienstes, der „Eine Welt GmbH“ und des Dachverbandes – ignoriert und es kam noch nie zu einem Gespräch. Ausnahme war nur ein Telefonat mit Herrn Schenk vom Dachverband, der zu der Zeit noch uninformiert war, und der kurze Plausch mit der Bischöfin während der Kundgebung. Ansonsten wurde strukturell nicht auf unsere eingeschriebenen Briefe und E-Mails reagiert und am Telefon hat man sich immer auf AssistentInnen-Ebene verleugnen lassen.
Warum es zu diesem Umgang einer NGO mit einer öffentlichen Gewerkschaftskampagne kam, kann noch nicht umfassend von uns bewertet werden. Einige Indizien dürften aber hier schon einmal beleuchtet werden. Einerseits ist die unterste Geschäftsführungsebene, namentlich Herr Gampert vom Flüchtlingsdienst, am Beginn unserer Kampagne mit einem extrem unprofessionellen Posting auf unserer Webseite vorgeprescht. Es darf spekuliert werden, daß die Reaktion Diakonie-intern darauf hin war, ein „komplettes Kommunikationsverbot“ zu verhängen, bevor noch mehr Schaden an der Reputation entsteht. Andererseits ist die Führung der nächst höheren Ebene relativ neu. Ein Pfarrer aus Linz (seit 2022) und eine niederösterreichische „studierte Sozialarbeiterin und Soziologin“ (seit Herbst 2025) und beide dürften mittelmäßig überfordert mit urbanen organisierten ArbeiterInnen sein. So zeugen zumindest Aussendungen von einer extrem vermessenen Selbstwahrnehmung. Sie erklären ihren MitarbeiterInnen darin beispielsweise, daß sie unsere WAS-Kundgebung „solange sie friedlich bleibt, stattfinden lassen“ (als ob sie da irgendetwas zu bestimmen hätten), oder auch, daß MitarbeiterInnen ihnen melden sollen, wenn sie von unserer Kundgebung angegriffen werden, … An sich schon eine enorm schräge Erwägung, daß aus unseren Kundgebungen heraus MitarbeiterInnen – die ja niemals der Klassenfeind sind – angegriffen werden könnten. Hier zeigt sich, ebenso wie in weiteren Schriftstücken der Geschäftsführungen, in denen das WAS immer wieder als „Vertretung“ tituliert wird, daß man keinen blassen Schimmer davon hat, was eine Basisgewerkschaft eigentlich ist, und womit man es bei uns zu tun hat.
Hinzu kommt, daß die Anwaltskanzlei der Diakonie, die von Lois Obereder ist. Ein mit allen Wassern gewaschener Arbeitsrechtler, der viele Fälle für die Arbeiterkammer durchficht und den auch das WAS schon konsultiert hat. Wir sind ein bissl enttäuscht, daß er sich dafür hergibt, im Namen von ArbeitgeberInnen dem Gericht seitenlang zu erklären, warum die Kündigung vermeintlich keine aus Verpönten Motiven wäre, aber verwundern tut uns das Alles, angesichts des kaum existenten Klassenbewußtseins in Wien, nicht.
„das machen, was eine Basisgewerkschaft am Besten kann“
All diese Faktoren dürften mit ausschlaggebend dafür sein, daß die Diakonie es für eine gute Idee gehalten hat, bisher gar nicht mit uns zu kommunizieren. Da man aber bekanntlich nicht nicht-kommunizieren kann, werden wir nun das machen, was eine Basisgewerkschaft am Besten kann. Wir werden unkonventionell agieren und uns auf diese Gegebenheiten mit neuer Taktik einstellen. Etwas, was nebenbei bemerkt, vom ÖGB niemals kommen wird, der immer und ausschließlich in vorgefertigten berechenbaren Bahnen handelt.
Als ersten Schritt werden wir der Diakonie die Ebene der „Gerichtsverhandlung“ entziehen. Wenn sie so viel Hoffnung darauf gelegt haben, werden wir diesen Ball zurückspielen. Die Kündigungsanfechtungsklagen werden wir heute zurückziehen, womit für den von der Diakonie erhofften „Weg“ ausschließlich eine SLAPP-Klage bleiben würde, die sie ja angeblich nicht machen wird, da die Diakonie „nichts davon hält, Gewerkschaften zu klagen“. Wir werden sehen, ob sie zu ihren eigenen Worten stehen oder doch wieder anders agieren. Denn auch die bisherigen Handlungen, insbesondere die offizielle Verwarnung unserer Kollegin, weil sie WAS-Flugzettel in der Firma aufgelegt hat, kommen Union-Busting-Strategien nahe.
Dieser Schritt – den gerichtlichen Weg in diesem Fall unsererseits wieder zu verunmöglichen – ist wichtig, um die Machtlogik in dieser Gesellschaft zu hinterfragen und eben nicht blind Macht an Institutionen oder Chefitäten zu vergeben. Als AnarchistInnen stehen wir sowieso nicht auf Gerichte. Wenn nun – wie in diesem Fall – versucht wird, einfach alle internen sozialen Verwerfungen innerhalb der Diakonie an das Arbeits- und Sozialgericht zu delegieren und man sich erhofft, so einer breiteren Debatte entgehen zu können, dann zeigen wir eben, daß dies eine fatale Fehleinschätzung war. Die unsozialen Vorgänge bei der Liquidierung der Ukrainehilfe der Diakonie werden nicht vor dem ASG abgehandelt und verschwinden dann!
Soziale Verantwortung und antigewerkschaftliche Handlungen können nich totgeschwiegen werden, sondern unterliegen einer öffentlichen Wahrnehmung, das wird die Diakonie lernen müssen.
Dazu kommt, daß wir damit das Heft des Handelns in unseren eigenen Händen behalten. Wenn sich Chefetagen ausschließlich auf juristische Handlungen vorbereiten, dann werden wir uns – insbesondere da keine Waffengleichheit besteht – nicht in juristischen Geplänkeln, die ggf. bis zum OGH gehen und in diesem Fall nicht viel bringen, aufreiben lassen. Es ist wichtig zu sehen, daß dies eine „assymetrische“ Kampflogik ist. Wir machen das in unserer Freizeit, ohne Geld, ohne Verbindungen und als betroffene ArbeiterInnen. Demgegenüber stehen Firmen mit Unmengen an bezahlten Vollzeitkräften aus Personalabteilungen, Juristerei, Chefitäten und extrem gut dotierten Anwaltskanzleien, die das täglich beruflich machen. Noch dazu sind all diese Leute in dem, was sie tun, ausgebildet, haben das studiert und gelernt.
Auch werden wir vorerst alle Kontaktversuche unsererseits einstellen. Falls die Geschäftsführungen doch mit uns reden wollen, unsere Namen, Telefonnummern und Mailadressen sind seit Wochen hinlänglich bekannt. Als folgenden Schritt werden wir noch unberechenbarer. Ob, wann, wo und mit welchen Methoden wir die unsozialen Handlungen und gewerkschaftsfeindlichen Schritte der Diakonie thematisieren werden, bestimmen wir!
„Lass sie in ihrem eigenen Saft braten“ hat schon die weise Großmutter eines unserer Genossen anno dazumal gesagt.
Sozusagen eine von uns verordnete Nachdenkpause für die Chefetagen, wo sie darüber sinnieren können, ob das wirklich alles so geschickt war, wie sie es bisher angegangen sind.
Selbstredend wird die Diakonie nicht wie das Gagarin oder das LeFirin die Geschäftstätigkeit einstellen, weil sie an den Widersprüchen, die das WAS öffentlich thematisiert, zerbrechen, aber gerade im NGO-Bereich ist das Image das Allerwichtigste und Jenes der Diakonie ist bereits jetzt angeknackst. Die Arbeiterinnen und ehemaligen ArbeiterInnen, die uns seit Beginn der Kampagne kontaktiert haben und weitere unglaubliche Vorgänge im Umgang mit Arbeitskräften berichten, bestärken uns darin, daß beim nun vorherrschenden „neuen Führungsstil“ Etliches im Argen liegt und die Diakonie dringend darauf schauen sollte, ihr wichtigstes Asset nicht weiter zu beschädigen!
Uns ist jedenfalls die Lust, uns von unserer kuscheligen und verständnisvollen Seite zu zeigen, vergangen.
Veröffentlicht auf wiensyndikat.wordpress.com am 08 April 2026. Kopieren mit Quellenverweis möglich.
Source: WAS Autriche
