Protestierende und ProtestantInnen unter sich

Protestierende und ProtestantInnen unter sich

Protestierende und ProtestantInnen unter sich

In ArbeiterInnenkämpfe Ö, Arbeitsrecht, Gesundheit und Soziales, Repression, Solidarity on 5. April 2026 at 12:48

Bischöfin bei Smalltalk mit herrschaftsfreien SozialistInnen gesehen. Ein Bericht zu unserem sehr erfolgreichen Kampagnentag am gestrigen Karfreitag.

Der Arbeitskampf bei der Diakonie-Ukrainehilfe scheint zusehends mehr festzufahren. Alle Geschäftsführungsebenen der Diakonie haben ja bisher versucht, die Sache auszusitzen und jegliche Kommunikation mit der Gewerkschaft verweigert. Als dann noch eine – an den Haaren herbeigezogene – schriftliche Verwarnung gegen unsere Kollegin am Mittwoch ausgehändigt wurde, da sie WAS-Flugzettel von der Kundgebung am Montag mit in die Firma gebracht hat, haben wir uns entschieden, den Arbeitskampf innerhalb der Evangelischen Kirche endgültig zum Gespräch zu machen. Wir haben also die gute Gelegenheit genutzt, vor dem Karfreitagsgottesdienst, bei dem die Bischöfin dabei sein wird, per Kundgebung das Aufmerksamkeits-Ökonomie-Spektakel mitzuspielen.

Gesagt getan, sind wir in kleiner Besetzung, mit schönem neuen Transparent, ein paar Hundert Flugzetteln, Schildern und Fahnen, vor dem Gottesdienst aufgetaucht. Es gab einige Solidaritätsbekundungen und es haben sich sogar Menschen spontan unserer Kundgebung angeschlossen. Die Gemeindemitglieder am Weg zum Gottesdienst wurden, wie von uns zugesagt, einige Meter vom Kircheneingang entfert, mit Flugzetteln zum Arbeitskampf versorgt.

Die Gemeindevertreter der Pauluskirche waren sichtlich erleichtert, daß man mit uns durchaus vernünftig reden kann. Wir haben zugesagt, daß wir weder den Gottesdienst stören werden, noch direkt vor dem Eingang blockiern, sondern geplant haben, auf der anderen Straßenseite zu bleiben. So hat sich dann Einer auch ausführlich Zeit für uns genommen. Spannend; in der Diakonie-Szenerie geht das Gerücht um „unsere Forderungen seien viel zu hoch und überzogen“, und das obwohl es noch nicht einmal zu einem einzigen Gespräch gekommen ist, und wir gar keinen Forderungen gestellt haben, …

Neben Klarstellungen diesbezüglich, war auch die weitere Kommunikation wohlwollend, und es wurden Freundlichkeiten, Namen und Mailadressen ausgetauscht. Selbst die Frau Bischöfin ist dann zu einem kurzen Plausch zu uns gestoßen. Der Satz am Transparent, sie soll ihre Schäfchen zur Raison bringen, hat sie sichtlich erheitert. Sie hätte sich jedoch gewünscht, daß wir sie vorab direkt kontaktiert hätten, und sie hat ihr Bedauern darüber ausgesprochen, daß sie keine Zeit für ein ausfühliches Gespräch hätte, da jetzt Gottesdienst und dann Aktivität mit der Gemeinde angesetzt sind.

Sogar die anwesende Bezirkspolizei hat festgestellt „daß es schön ist, daß wir unser Ziel erreicht haben“ und hat unsere Kundgebung dann nach 30 Minuten alleine gelassen.

Wir sind guter Dinge, daß sich die kommenden Tage etwas bewegen und es gleichsam zu einer Wiederauferstehung der Kommunikation mit der Diakonie kommen könnte. Wir halten Euch natürlich auf dem Laufenden! Denn es bleibt spannend, ob es noch zu einer gemeinsamen wohlwollenden Lösung kommen wird.

Abschließend noch der Link zu unserer APA-OTS-Aussendung die wir am Morgen des Karfreitag ausgeschickt haben, und der Flugzettel zum Herunterladen.

Veröffentlicht auf wiensyndikat.wordpress.com am 5. 4. 2026. Kopieren mit Quellenverweis möglich.


Source: WAS Autriche

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