Protest gegen die Kündigung bei der Diakonie

Protest gegen die Kündigung bei der Diakonie

Protest gegen die Kündigung bei der Diakonie

In aktuelle Termine, ArbeiterInnenkämpfe Ö, Arbeitsrecht, Gesundheit und Soziales, Repression, Solidarity on 2. April 2026 at 00:38

Aufruf zur Kundgebung des Wiener ArbeiterInnen-Syndikats vor der evangelischen Pauluskirche am Karfreitag, anlässlich des Gottesdienst von Bischöfin Cornelia Richter.

3. 4. 2026, 16:30 Uhr am Sebastianplatz 4, 1030 Wien

Unsere Kollegin hat jahrelang für den Flüchtlingsdienst der Diakonie in der Beratung von ukrainischen Geflüchteten gearbeitet, immer ohne Probleme oder Beschwerden. Doch als sie sich für andere KollegInnen eingesetzt und es gewagt hat, mögliche Missstände nach Außen zu tragen, hat sich das geändert. Sie wurde selbst zum Problem erklärt und ihr wurde gesagt, dass man sie kündigen wolle, explizit wegen ihrer Solidarität mit einer Kollegin! Allerdings ist sie dann weder entlassen noch gekündigt worden – nachdem sich auch der Betriebsrat gegen eine Kündigung ausgesprochen hat.

Als unsere Kollegin im Betrieb knapp zwei Monate später per E-Mail an alle in der Abteilung erklärte, sich weiter für ihre KollegInnen einsetzen zu wollen, kam prompt am selben Tag, ein paar Stunden später, die Kündigung.

Wir gehen davon aus, dass es sich um eine Motivkündigung handelt, was bekanntlich nicht erlaubt ist.

Wenn wir uns das Kündigungsschreiben weiter anschauen, sehen wir, dass das Datum des Kündigungsschreibens vor dem Datum der Übergabe liegt. Auch hier lässt uns der Gedanke nicht los, dass es sich um eine Rückdatierung (und somit um eine Dokumentenfälschung) handeln könnte, damit es nicht nach einer Motivkündigung aussieht.

Scheinbar ist die Kündigung seitens der Diakonie etwas hektisch in Reaktion auf das E-Mail der Kollegin ausgesprochen worden, um sie fix loswerden zu können. Denn es hat auch kein Vorverfahren gegeben, d.h. der Betriebsrat ist nicht noch einmal verständigt worden. Das ist dann offenbar auch der Personalabteilung aufgefallen, welche eine Woche später eine „Eventualkündigung“ nachgeschossen hat – für den Fall, dass es rechtliche Bedenken geben sollte, so sinngemäß.

Die Kollegin hat ihr bürgerliches Recht wahrgenommen und jeweils eine Kündigungsanfechtungsklage eingebracht, für die bereits Gerichtstermine stehen. Wir werden jedoch nicht nur den rechtlichen Weg allein beschreiten, sondern haben beschlossen, all diese Missstände auch in der Öffentlichkeit publik zu machen, um eine strukturelle Veränderung zu erreichen.

Bisher gab es von Seiten des WAS nämlich immer den Versuch, diesen Konflikt gütlich beizulegen. Darauf gingen die Chefitäten der Diakonie allerdings nie ein und wir wurden immer ignoriert. Im Gegenteil, zwischenzeitlich wurde von Seiten der Diakonie sogar noch weiter eskaliert: unsere Genossin erhielt eine offizielle Verwarnung, in der teilweise Falschbehauptungen aufgestellt werden. So also wird innerhalb der evangelisch-christlichen Diakonie mit jenen umgegangen, die sich gewerkschaftlich engagieren…

Die evangelische Kirche Augsburger Bekenntnisses erscheint uns als Eigentümerin der Diakonie Eine Welt die richtige Adresse unseres Protestes zu sein. Es kann nämlich nicht sein, dass Solidarität der Arbeitenden in einem Betrieb mit Kündigungen beantwortet wird. Das alte Motto der anarchistischen Gewerkschaftsbewegung gilt auch in diesem Fall:

Ein Angriff auf eine ist ein Angriff auf alle!
Veröffentlicht auf wiensyndiakt.wordpress.com am 2. 4. 2026. Kopieren mit Quellenverweis möglich.


Source: WAS Autriche

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