Als Anarcho-Syndikalistisches Netzwerk Köln haben wir uns am Ersten Mai dieses Jahr wieder gemeinsam mit dem Anarchistischen Forum Köln an der Auftaktkundgebung des DGB-Bündnisses am Hans-Böckler-Platz beim Bahnhof West getroffen. Aber anstatt an der Demo der linken Reformist*innen und autoritären Parteien teilzunehmen sind wir dieses Jahr vor das NS-Dokumentationszentrum „El-De-Haus“ gegangen und haben dort einen Vortrag zum anarchosyndikalistischen Widerstand gegen den Nationalsozialismus organisiert. Dabei ging es vor allem um die FAUD-Strukturen rund um Hans und Margarete Saballa, die trotz Repression durch den faschistischen Terrorstaat illegale Propaganda-Aktionen durchgeführt hatten.
Vor dem El-De-Haus steht aktuell auch eine Gedenkskulptur für die sogenannten „Trostfrauen“, welche vom faschistischen Japan während des Zweiten Weltkriegs in Militärbordelle zwangsprostituiert wurden. Von dort aus gingen wir zum Denkmal für die Deserteur*innen am Appellhofplatz, wo wir der Opfer der NS-Militärjustiz gedachten. Im Anschluss haben wir auf dem Heumarkt am Rand des DGB-Straßenfestes einen kleinen Infostand improvisiert, wo wir Banner aufgehängt, Flugblätter verteilt und Gespräche mit Interessierten geführt haben.







Die Zusammenarbeit mit dem Anarchistischen Forum hatte bereits im Vorfeld dazu geführt, dass wir Anfang April gemeinsamen den Vortrag „Zur Geschichte des Ersten Mai “ durchgeführt hatten, um die Ursprünge dieses Tages im Gedächtnis zu behalten, an dem die US-amerikanische Arbeiter*bewegung 1886 erstmalig mit einem landesweiten Streiks den Acht-Stunden-Tag durchsetzen wollte, Was in Chicago zu dem bekannten Haymarket-Massaker und einem Schauprozess mit sieben Todesurteilen für anarchistische Gewerkschafter geführt hatte.
Daher versammeln sich jedes Jahr am 1. Mai weltweit Arbeiter*innen im Geiste der internationalen Solidarität und gewerkschaftlicher Kämpfe gegen Ausbeutung und Unterdrückung. Diesen Tag begehen wir besonders in Gedanken an die anarchosyndikalistischen Genoss*innen der Internationalen Arbeiter*innen-Assoziation (IAA), die in Asien, Australien, Europa und den Amerikas denselben Kampf für eine freie und selbstorganisierte Gesellschaft von Gleichen führen – ohne Stellvertretung und ohne Hierarchien.
ASN Köln
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Siehe auch:
„IAA: Erster Mai 2025“
https://anarchosyndikalismus.noblogs.org/post/2025/05/01/iaa-erster-mai-2025/

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