Wie wir den sozial-ökologischen Wandel mit Klimawandel-Anpassung verbinden können

Das Wachstum der kapitalistischen Wirtschaft kann nicht unendlich so weitergehen: Die natürlichen Quellen des Reichtums werden seit Jahrhunderten ausgebeutet. Und die Menschheit wird durch die Zerstörung des Weltklimas zunehmend bedroht. Nicht nur gesundheitlich durch Erderhitzung, Wassermangel und Überflutung, sondern auch wegen der Vernichtung von biologischer Artenvielfalt und Bodenqualität dieses Planeten durch konkurrierende Unternehmen.

Die staatlich geförderte Marktwirtschaft hat durch massenhafte Verbrennung fossiler Energieträger (Kohle, Öl, Gas) das empfindliche System der ökologischen Zusammenhänge dauerhaft gestört, z.B. durch Schmelzen der Polkappen. Damit es nicht zu weiteren planetaren Kipp-Punkten kommt, müssen wir so schnell wie möglich wieder lernen auf nachhaltige Art zu haushalten. Das heißt: selbstverwaltete, dezentrale Warenwirtschaft und Dienste statt großer Monopol-Konzerne.

Dabei müssen wir dort anfangen, wo die Naturzerstörung ihren Ursprung hat: in den Betrieben

Ob in Produktion und Verarbeitung, in der Transport-Logistik, im Bildungs-, Kultur- und Sozialwesen, in der Gesundheits­industrie, in Bau- oder Landwirtschaft und Handel – die Möglichkeiten in der eigenen Branche der Natur-Zerstörung selbst vor Ort etwas entgegen zu setzen sind vielfältig. Ein sparsamer, koordinierter Gebrauch aller Rohstoffe ist ebenso wichtig, wie der Schutz von Gewässern und Böden. Um Abfälle und Verschmutzung zu vermeiden, werden noch mehr erneuerbare Energien und Wirtschaftsformen mit organisiertem Stoffwechsel-Kreislauf benötigt – regional und global.

Aber auch eine vielfältige Anpassung an die fortschreitende Mehrfach-Krise ist dringend nötig. Denn die Umwandlung von Wirtschaft und Verwaltung muss nicht nur ökologische Nachhaltigkeit zum Ziel haben, sondern auch soziale Gerechtigkeit und Teilhabe durch Vergesellschaftung. Denn alle Menschen sind gleichwertig und haben das Recht, vor Umwelt-Verschmutzung und Gesundheitsschäden geschützt zu werden, sowie in einer lebenswerten Mitwelt zu wohnen.

Dabei gilt es darauf zu achten, dass Ausgrenzung durch Geschlechter-Diskriminierung, Rassismus oder Nationalismus verhindert wird. Es geht schließlich nicht darum, den durch imperiale Kriege, koloniale Ausbeutung und Patriarchat angehäuften Reichtum in den Industrie-Staaten zu verteidigen. Sondern Klima-Gerechtigkeit bedeutet, dass diejenigen die Hauptlast der Aufgaben tragen, welche für die weltweite Misswirtschaft verantwortlich sind: die Herrschenden in den Metropolen des fossilen Kapitalismus. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass alle Menschen im Globalen Süden bei der Bekämpfung der Klimawandel-Folgen so viel solidarische Hilfe und praktische Unterstützung bekommen, wie möglich.

Hier in Europa gegen die Ursachen der Klima-Zerstörung heute Basis-Widerstand zu leisten, unterstützt zugleich die Gesellschaften in den am meisten gefährdeten Regionen des Planeten. Jedes Zehntel Grad an Erhitzung, das wir noch verhindern können, trägt dazu bei, den katastrophalen „Fortschritt“ aufzuhalten. Doch die sozial-ökologische Trans­formation darf nicht zu grün-gefärbter kapitalistischer Ausbeutung führen. Doch indem wir im Betrieb selbstbestimmt für nachhaltige Umwandlung aller Arbeitsplätze kämpfen, kommen wir globaler Klima-Gerechtigkeit ein paar Schritte näher.

Konkret bedeutet das: Als Arbeiter*innen kämpfen wir in unserem Alltag für einen gesellschaftlichen Wandel und den ökologischen Umbau in jedem Wirtschaftsbereich. Auch im Haushalt, am Wohnort und im Urlaub machen wir uns durch Bedürfnis-Orientierung gemeinsam auf den Weg in eine nachhaltige Zukunft für alle Lebewesen auf dieser Erde. Es gibt viele Möglichkeiten gewerkschaftlich etwas gegen die „Auslagerung“ der zerstörerischen Folgen von Profit-Interessen zu unternehmen: Arbeits- und Gesundheitsschutz, Wasserqualität, Luft-Reinhaltung, Müllvermeidung, Recycling, Energie­sparen, Verkehrswende, Artenvielfalt, Bodenschutz, Ernährungssicherheit, Umweltbildung, Netzwerk-Kommunikation,…

Zugleich gehört auch die Anpassung an die Klimakrise zu den Hauptaufgaben, denn das Lebensumstände auf dem Planeten ändern sich rasend schnell. Innerhalb weniger Jahre wurden Hitzewellen, Starkregen-Fluten, Hochwasser-Katastrophen, Wirbelstürme und Dürren alltäglich. Deren Darstellung in den Medien als „Jahrhundert-Ereignisse“ zeigt, wie sehr in der Wahrnehmung noch eine bereits vergangene „Normalität“ vorherrscht. Dabei ist der Kollaps des ökologischen Weltsystems längst brutale Wirklichkeit, wobei es kaum einen wirksamen Massen-Widerstand gegen diese Umwelt-Vernichtung gibt. Daher müssen wir schnellstmöglich globale Daseins-Vorsorge jenseits des Marktes betreiben und den sozial-ökologischen Wandel von unten beschleunigen: sei es mit Streik, Boykott, Blockaden oder Besetzungen.

Klimakrise stoppen: Kapitalismus abschaffen!

Anarcho-Syndikalistisches Netzwerk – ASN Köln

Creative Commons: BY-NC (ASN Köln, http://asnwordpress.com)

Siehe auch:
„Nachhaltigkeit im Betrieb – Umwelt- und Klimaschutz am Arbeitsplatz“

Beide Texte gibt es in einer PDF-Broschüre zum Download (0,3 MB):
https://asnkoeln.wordpress.com/wp-content/uploads/2025/08/nachhaltigkeit-im-betrieb-broschure-2025-online.pdf


Source: ASN Köln Allemagne

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