Nun wird bei von Kerpen-Manheim (alt) ein wichtiger Teil der Waldvernetzung am Rand des Braunkohletagebaus zerstört, welcher seit der 2018 versuchten Räumung der Waldbesetzung nahe Morschenich („Bürgewald“) eigentlich vor dem Abbaggern geschützt wurde.
Doch da der fossile Energiekonzern RWE aus Profitinteresse demnächst den Boden für die Erweiterung der Kohlegrube abtragen will, um diese mittels einer Rheinwasser-Pipeline zu fluten, zerstört der Kohlekonzern weiter kostbare Grünflächen.
Daher musste die seit Jahresbeginn angemeldete Mahnwache kürzlich vom Waldrand Richtung Manheim auf die Esperantostraße verlegt werden. Dort treffen sich nun weiterhin zahlreiche Unterstützer*innen der Waldbesetzung und schaffen eine kritische Öffentlichkeit.
Bisher konnten trotz der Rodung von Sportplatz und Obstwiese am Manheimer Fließ die Baumhäuser, Plattformen und Barrikaden weiter besetzt gehalten werden, da die Polizei bisher nur von weitem zuschaute und gelegentlich Verkehrskontrollen machte.

























Drei Tage lang wurden am Manheimer Fließ (Obstwiese) und am alten Sportplatz nahe der Waldbesetzung am Rand des Tagebau Hambach zahlreiche Büsche und Bäume gefällt. Unter dem Schutz von mehr als 60 privaten Sicherheitskräften zerstörten Waldarbeiter*innen die lebenswichtige Natur. Auch entlang der Landstraße bei Manheim wurde gerodet und rund um den Wald ein Erdwall angelegt, um das Betriebsgelände weitläufig zu „umfrieden“.
Der RWE-Werkschutz und der private Sicherheitsdienst „Mundt“ hatte tagelang die besetzten Strukturen umstellt. Gelegentlich kreiste ein Polizeihubschrauber und Forstmaschinen (Harvester) kamen über eine Rampe aus der Kohlegrube gefahren. Am Freitagnachmittag hat RWE die Rodung dann anscheinend für diese Woche beendet und die Besetzer*innen kamen von den Bäumen herunter auf den Waldboden, der übersät ist von den zerstörten Resten ihrer Strukturen (Umsonstladen, Vorräte, Werkzeug, Kochstelle, Toiletten).
Obwohl es so schien, dass ein Großteil des Sicherheitspersonals weder besonders qualifiziert, noch motiviert war, wurde mehrfach über deren gewaltsames Vorgehen berichtet. So wurden die Presse mit körperlicher Gewalt auf der Werkstraße zurückgedrängt und ein*e Besetzer*in berichtete von Bedrohungen. Journalist*innen riefen sogar die Polizei, weil ein*e Aktivist*in verletzt worden sei, doch eine Reaktion auf den Notruf ließ lange auf sich warten. Sicherheitskräfte haben im Wald wohl auch Personen am Boden aufgegriffen und weggeführt. Außerdem wurden mehrfach Seile und Traversen gekappt, wodurch Menschenleben gefährdet worden. Das zeigt die Rücksichtslosigkeit mit der diese Rodung durchgeführt wurde, nur um die Profite der Kohleindustrie zu sichern.

Doch bisher konnten die Besetzer*innen den Widerstand gegen die Zerstörung von Umwelt und Klima aufrecht erhalten. Dutzende Menschen waren als Unterstützerìnnen vor Ort und spendeten Lebensmittel, Kleidung und Ausrüstung. Die Mahnwache am Dorfrand von Manheim steht weiterhin als angemeldete Versammlung, wo es aktuelle Infos und etwas Verpflegung gibt.
Für die kommenden Sonntage sind auch weiterhin ab 12 Uhr die Waldspaziergänge mit Michael Zobel geplant, bei denen bereits hunderte Menschen aus Solidarität mit der Besetzung zum „Sündenwäldchen“ gekommen sind. Dies ist einer der Orte, an denen der regionale Protest gegen die Bergbau-Folgeschäden und der Kampf um das Wasser als Menschenrecht sich vernetzen kann. So wie auch auf der „Wasserkonferenz“ der Klimagerechtigkeitsbewegung, die vom 21.-23. März in Köln stattfinden wird.
Fotos vom Beginn der Rodung (29.01.):
https://todon.nl/@ASN_Koeln/113913606042366459
Hintergründe:
„Unterstützt die Manheimer Waldbesetzung!“
https://asnkoeln.wordpress.com/2024/12/09/unterstutzt-die-manheimer-waldbesetzung/

Creative Commons: BY-NC (asnkoeln.wordpress.com)
