Eigentlich wurde am 06.01.’25 ein Großeinsatz von Polizei und RWE-Werkschutz erwartet, doch im Manheimer Erbwald am Rand des Braunkohle-Tagebaus war von Rodung oder Räumung nichts zu sehen. Die Besetzer*innen in dem „Sündenwald“ genannten Teilstück des ehemals riesigen (und seit 2012 besetzten) Hambacher Forst konnten daher in Ruhe weiter an neuen Baumhäusern und Bodenstrukturen bauen.

Derweil fand am Waldrand nahe des fast komplett abgerissenen Dorfes Kerpen-Manheim (alt) die seit Monaten im Wochenrhythmus organisierte Mahnwache vorerst einen festen Standort. Neben einem Zelt und LKWs trafen sich seit dem frühen Morgen dutzende Klima-Aktivist*innen zur Unterstützung der Waldbesetzer*innen. Erst gab es Frühstücksbrötchen, Heißgetränke und Kuchen, später auch Karottensuppe mit Salat – dazu jede Menge Livemusik und stimmungsvoller Gesang.

Ob beim fossilen Energiekonzern RWE auch gute Stimmung herrscht, kann nur gemutmaßt werden. Die Gerüchte über eine bevorstehende Rodungsaktion unter massivem Polizeischutz (wie 2018 bei der versuchten Räumung der Baumhaus-Dörfer nahe Alt-Morschenich) dementierte das Unternehmen ebenso, wie die Polizei einen aktuellen Großeinsatz verneinte. Der WDR sah sich daraufhin gezwungen seine Berichterstattung zu korrigieren. Der Werkschutz und die Polizeifahrzeuge hielten jedenfalls gebührenden Abstand und patroullierten in Sichtweite über die Feldwege – zumindest dort, wo keine Barrikaden errichtet wurden.

In der Waldbesetzung wird die nicht-stattgefundene Rodung als erster Sieg über den Braunkohle-Filz in der „NRWE“-Politik gefeiert. Die bevorstehenden Bauarbeiten für eine Rheinwasser-Pipeline zur Befüllung der Tagebau-Gruben Hambach und Garzweiler wird den Widerstand der Klimagerechtigkeitsbewegung jedenfalls noch einige Jahr lang beschäftigen. Die solidarische Wasser-Bewegung im Rheinischen Revier wird dabei alle Hände voll zu tun haben, um in der Region gegen die katastrophalen Auswirkungen der Erderhitzung und den andauernden Raubbau an der Natur zu protestieren.

Die aktuelle Mobilisierung zur Verteidigung der Besetzung im Manheimer Erbwald kann nur ein erster Schritt in diese Richtung gewesen sein, dem noch weitere folgen werden. Ein Meilenstein dabei wird hoffentlich die für Ende März vom Verein „Klima*Kollektiv“ geplante Konferenz „Wasser.Klima.Gerechtigkeit“ (https://wasserkonferenz.org/) in Köln.

Creative Commons: BY-NC (ASN Köln) [Text und Fotos, außer den 2 Fotos von „SündiBleibt“]

Hintergründe:
„Unterstützt die Manheimer Waldbesetzung“
https://asnkoeln.wordpress.com/2024/12/09/unterstutzt-die-manheimer-waldbesetzung/


Source: ASN Köln Allemagne

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